Ist die Anti-Bargeld-Studie des Finanzministers manipuliert?
Verfasser: pr-gateway on Friday, 12 February 2016
Die Pläne zum Verbot der Bargeldnutzung ab 5.000 EURO werden vom Bundesnanzministerium mit einer Studie begründet, die das Thema gar nicht untersucht. Die Studie beschäftigt sich in weiten Bereichen mit der sogenannten Verdachtsanzeige nach dem Geldwäschegesetz und zeigt vielmehr, dass selbst eine umfassende Picht aller Händler zu anlasslosen Verdächtigungen faktisch keine Auswirkung auf die Erfassung bisher unerkannten Täter hätte. Das behauptete Dunkelfeld der Geldwäsche von bis zu 100 Milliarden EURO pro Jahr dürfte sich bei genauerer Betrachtung lediglich im zweistelligen Millionenbereich bewegen.
Von Stefan Singer, Freiberuflicher Wirtschaftsjournalist
Die sogenannte Dunkelfeldstudie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat das erklärte Ziel den Umfang der Geldwäsche in Deutschland zu ermitteln. Sie stützt sich dabei zum einen auf Umfragen und zum anderen auf die Erfahrungen des Bundeskriminalamtes zur sogenannten Verdachtsmeldung.
Wesentliches Ergebnis der Studie ist die Handlungsempfehlung an die Politik, die Verwendung von Bargeld bei einem Betrag ab 2.000 - 5.000 EURO zu verbieten. Zudem wird die Dunkelziffer gewaschener Gelder auf 20 bis 100 Milliarden EURO pro Jahr geschätzt.