k3 mapa GmbH: Keynes und die Zinsen. Das Modell funktioniert nicht mehr

Wiesbaden, 02.11.2026. die moderne Volkswirtschaftslehre basiert auf dem von John Maynard Keynes entwickelten IS/LM Modell. Steigt die Nachfrage, dann steigen die Preise. Sinkt die Nachfrage, dann sinken die Preise. Warum diese Gleichung nicht mehr in der Staatsschuldenkrise anwendbar ist. Eine kurze Analyse.
John Maynard Keynes stellte in seinem 1936 veröffentlichtem Werk „General Theory of Employment, Interest and Money“ ein theoretisches Modell vor, welches durch grobe Aggregation der Marktteilnehmer das Marktgeschehen widerspiegeln sollte. In dem Modell existieren die aggregierten Marktteilnehmer: Staat, Unternehmen, Haushalten und Ausland. Die Haushalte konsumieren oder sparen; die Unternehmen & das Ausland fragen die Ersparnisse nach. Der Staat produziert nichts, er konsumiert ausschließlich.
Das Modell basiert auf einem einfachen Prinzip von Angebot und Nachfrage: Steigt die Nachfrage der Unternehmen nach Ersparnissen der Haushalte, so muss der Preis für Ersparnisse (der Zinssatz) steigen, damit die Haushalte den Unternehmen mehr Ersparnisse zur Verfügung stellen. Und vice versa.
Damit ist im Kern das keynesianische Modell erläutert. Seine Einfachheit macht es so attraktiv und deshalb wird es in Medien, Wirtschaft, Wissenschaft und EZB immer wieder zitiert: Halte die Zinsen niedrig und die Unternehmen investieren oder wenn die Wirtschaft nicht so rund läuft, dann sinken die Zinsen automatisch.
Angewendet auf die aktuelle Situation bedeutet dieses: wenn in absehbarer Zeit die AI-Blase (wie zu erwarten) platzt, dann sinken die massiven Investitionen der AI-Unternehmen, die gerade die amerikanische Wirtschaft antreiben. Sinken die Investitionen der Unternehmen, dann sinken die Zinsen.
In Wahrheit wird in naher und mittelfristiger Zukunft das Gegenteil passieren. Die Kapitalmarktzinsen werden steigen. Und das hat drei Gründe, die im keynesianischen Modell ausgeblendet werden:
Grund Nummer EINS: Kommt es zu einer Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität, dann nehmen die Steuereinnahmen des (amerikanischen) Staates ab und die Ausgaben für Unterstützungsleistungen an die Bürger zu. Beides führt zu einer Zunahme nach Kapital, welche größer sein sollte als die Abnahme nach Kapitalbedarf durch sinkende Investitionen. Der Nettoeffekt ist somit eine steigende Nachfrage nach Kapital.
Grund Nummer ZWEI: der amerikanische Staat ist hochverschuldet. Die offiziellen Staatsschulden betragen ca. 40.500 Milliarden US Dollar. Steigt die Nachfrage nach Kapital (aus Grund EINS), dann nehmen die Staatsschulden ceteris paribus zu. Da die Staatsschuldenquote (Schulden im Verhältnis zum BIP) bereits bei über 125% liegt, lässt eine steigende Schuldenquote das Vertrauen der Marktteilnehmer in die Fähigkeit der Rückzahlung sinken. Die Risikoprämie steigt ceteris paribus, ergo auch der Zinssatz. Steigt der Zinssatz, dann steigt bei einer Staatsverschuldungsquote von 125% das Haushaltsdefizit, ergo weiter abnehmendes Vertrauen und somit noch stärker steigende Zinsen. Ein Teufelskreis.
Grund Nummer DREI: Seit der Entkoppelung des US-Dollar von der sogenannten Goldbindung im Jahre 1971, besteht für die Banken und Zentralbanken die Möglichkeit „Geld“ per Knopfdruck „aus dem Nichts“ zu erzeugen. Ein sogenanntes FIAT-Geldsystem. Da eine konsequente Sanierung des Haushalts politisch sehr unwahrscheinlich ist, wird als letzte Möglichkeit die massive Kreation von weiterem „Geld“ in Betracht gezogen, welche die Geldmenge erhöht, und die Preisinflation anheizt. Steigende Inflationserwartungen führen bei rationalen Marktteilnehmern zu steigenden Zinssätzen, um die Realzinsen konstant zu halten.
"Das keynesianische Modell der Volkswirtschaft besticht durch seine Einfachheit. Leider kann es in der aktuellen Situation nur bedingt eingewendet werden. Wir gehen von weiter anziehender Inflation und steigenden Zinsen für die nächsten Jahre aus. Auswege aus diesem Dilemma sind sehr unwahrscheinlich: Besetzung des Iran und Fakturierung des iranischen Öls in US-Dollar, Sieg der Ukraine über Russland und Zerschlagung Russlands oder die massive Aufwertung des FED-Goldes auf 20.000 US-Dollar / Unze" - kommentiert Thorsten Schuppenhauer, Geschäftsführer der k3 mapa GmbH. Und er fährt fort: "Wir raten unseren Kunden dringend, sich mit diesem Szenario steigender Preise und steigender Zinsen proaktiv auseinanderzusetzen."
Die k3 mapa GmbH ist eine Managementberatung mit starkem Umsetzungsfokus. Alle k3-Berater besitzen mindestens 15 Jahre internationale Erfahrung in der Managementberatung und / oder in weltweit tätigen Konzernen / Mittelstand. k3 besitzt Expertise in den Kernfunktionen der Wertschöpfungskette. Basierend auf diesen Kompetenzfeldern bietet k3 seinen Kunden Unterstützung in drei Themenbereichen an: Strategie, Effizienz- und Restrukturierungsprogramme und Operational Excellence. Weitere Informationen: www.k3-mapa.com oder direkt über info@k3-mapa.com