Wer spricht, wenn KI spricht? Oxana Zeitlers neues Buch über Führung und Vertrauen im KI-Zeitalter

Eine Geschäftsführerin aus dem Mittelstand hatte eine Rede geschrieben. Eine Stunde am Text gesessen, jedes Wort selbst gewählt — über Zukunft, über Ängste, über Pläne, an die sie glaubt. Am nächsten Tag hörte sie einen Satz unter Kollegen: „Nette KI-Rede. Hätte sie sich die Mühe sparen können."
Diese Szene aus Oxana Zeitlers neuem Buch zeigt die Vertrauenskrise, in der Führungskommunikation 2026 steckt. Wer persönlich spricht, wird verdächtigt, eine Maschine sprechen zu lassen. Wer eine Maschine sprechen lässt, wird verdächtigt, dies zu verbergen.
Das Edelman Trust Barometer 2026 beziffert die Lücke: Drei Viertel der Befragten erwarten von CEOs, Vertrauen aktiv aufzubauen. Weniger als die Hälfte sieht, dass sie es tun. Genau in diesem Moment wird die Technologie zur Verschärfung statt zur Lösung — weil sie genau die Signale fälschbar macht, an denen Mitarbeitende, Kunden und Investoren bisher Echtheit erkannten: Stimme, E-Mail, Gesicht.
„Die gefährlichste Art von KI ist nicht die, die zu viel denkt, sondern die, bei der niemand mehr denkt."
Zeitler greift dabei auf Hannah Arendt zurück: 1963 prägte Arendt den Begriff der Banalität des Bösen — Schäden, die nicht aus Boshaftigkeit entstehen, sondern aus Gedankenlosigkeit. Sechzig Jahre später überträgt Zeitler diesen Gedanken auf die Gegenwart und nennt ihn die Banalität der Effizienz. Das Buch entwickelt daraus fünf Prüffragen, die Führungskräfte bei jeder KI-gestützten Entscheidung stellen sollten.
Das Buch porträtiert Führungspersönlichkeiten, die mit dieser Realität unterschiedlich umgehen. Roland Busch führt Siemens mit konsequenter öffentlicher Präsenz — 330.000 Menschen folgen ihm auf LinkedIn, er postet mehrmals wöchentlich.
Evelyn Palla übernahm als erste Frau die Spitze der Deutschen Bahn und senkte als Erstes die Erwartungen statt sie zu schüren. 60 Prozent Pünktlichkeit für 2026, sagte sie. Realistisch statt rhetorisch.
Tim Höttges sprach in München unter dem Titel „Mir wird bange um Deutschland" über seinen Werdegang als Manager. The Pioneer nannte den Auftritt „rhetorisch und intellektuell in Höchstform". Im selben Monat stellte er sich neben Jensen Huang ins Berliner Gasometer und sagte: „Ohne KI können Sie die deutsche Industrie vergessen."
Dazu kommen Porträts von Nicola Leibinger-Kammüller (Trumpf), Belén Garijo, ab Mai 2026 CEO von Sanofi, und Hartmut Jenner, der Kärcher als schwäbisches Industrieunternehmen durch die KI-Transformation steuert. Zeitler weitet den Blick über DAX und Mittelstand hinaus: auf Tech-CEOs wie Satya Nadella und Jensen Huang, auf die Gaming- und VTuber-Communitys, in denen Identität gerade neu verhandelt wird, und auf die Generation Z, die KI selbstverständlich nutzt — und gerade deshalb misstrauischer gegenüber Perfektion ist als die Älteren.
Es ist Zeitlers drittes Buch bei Haufe — ohne Hype-Phrasen, ohne Tool-Empfehlungen. Zeitler schreibt selbst seit Jahren als Ghostwriterin für Top-Executives und nutzt rund zwanzig KI-Tools regelmäßig. Diese Doppelrolle macht das Buch ungewöhnlich: Es kommt nicht aus der Distanz der Beobachterin, sondern aus der Praxis.
Zum Buch
Oxana Zeitler: „Wer spricht, wenn KI spricht? CEO-Kommunikation, Führung und Verantwortung im Zeitalter der KI"
Haufe Verlag, Freiburg 2026
240 Seiten, gebunden, 24,99 €
ISBN 978-3-648-20261-6
Erschienen: Ende Mai 2026
Über die Autorin
Oxana Zeitler ist Markenstrategin und Sparringspartnerin für Top-Executives — mit klarem Fokus auf Personal Branding für Vorstände und CEOs. KI ist für sie kein Trend, sondern ein Werkzeug: integriert in Strategie, Positionierung und Umsetzung. Sie nutzt sie täglich und spricht offen darüber — über Chancen, blinde Flecken und Grenzen.
„Wer spricht, wenn KI spricht?" ist Zeitlers drittes Buch bei Haufe und die konsequente Weiterentwicklung ihrer Arbeit:
Lead the Future – Shape your Brand (2020) zeigte, wie Topmanager Vertrauen aufbauen und ihre Kompetenz sichtbar machen.
#REFRESH: CEO-Branding für Leader und Leaderinnen (2023) stellte die Frage nach der langfristigen Relevanz persönlicher Marken im Wandel von Rollen, Plattformen und Erwartungen.
Dieses Buch geht einen Schritt weiter: Was bleibt, wenn alles möglich scheint — aber nicht alles echt ist?
Pressekontakt
Oxana Zeitler
vision2brand
Berlin
info@vision2brand.de
www.vision2brand.de