Raubkopien am Dienst-PC - außerordentliche Kündigung
Verfasser: pr-gateway on Thursday, 25 January 2018Ein Beitrag von Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht Berlin und Essen, und Maximilian Renger, wissenschaftlicher Mitarbeiter.
Der Dienst-PC am Arbeitsplatz bietet - neben seiner offensichtlichen Funktion als Arbeitswerkzeug - auch eine Reihe von Verlockungen für Arbeitnehmer. Dazu zählt insbesondere die private Internetnutzung während der Arbeitszeit, die immer wieder zu Streitigkeiten, speziell auch infolge von Kündigungen, führt. Doch es gibt auch noch weitere fragwürdige Nutzungsmöglichkeiten, die das Risiko eines Jobverlustes mitbringen.
Erstellung von Raubkopien durch Arbeitnehmer: In einem recht aktuellen Urteil hatte das Landesarbeitsgericht Sachsen-Anhalt über die außerordentliche Kündigung eines Arbeitnehmers zu entscheiden, der während der Arbeitszeit seinen Dienstrechner zur Herstellung von Raubkopien benutzt hat. Diese hatte er dann anschließend selbst gebraucht oder an Kollegen weitergegeben. Dabei verwendete er insbesondere Rohlinge des Arbeitgebers. Dieser reagierte mit einer außerordentlichen Kündigung (LAG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 26.05.2016 - 6 Sa 23/16).