21-Jahres-Hoch bei Firmeninsolvenzen: Immer mehr Unternehmer haften plötzlich privat – dabei kennen viele in Deutschland und Österreich einen legalen Weg zum wirtschaftlichen Neustart nach nur 12 Monaten nicht.
Die Insolvenzwelle erreicht den höchsten Stand seit 21 Jahren
Der Nachrichtenanlass ist dramatisch: Nach aktuellen Zahlen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle lag die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland im Juni 2026 bei 1.702 Fällen. Das waren zwölf Prozent mehr als im Mai und zwanzig Prozent mehr als im Juni des Vorjahres. Im zweiten Quartal summierten sich die Firmenpleiten auf 4.996 Fälle – den höchsten Quartalsstand seit 2005. (iwh-halle.de)
Die Statistik zeigt allerdings nur die insolventen Unternehmen. Sie zeigt nicht, wie viele Geschäftsführer, Gesellschafter, Selbstständige und Familien anschließend persönlich für Bankkredite, Steuern, Mietverträge oder Bürgschaften einstehen müssen.
Die Firmeninsolvenz ist deshalb häufig nur der erste Schock. Der zweite trifft den Unternehmer privat.
„Diese Schulden werden Sie nie wieder los“ – stimmt das wirklich?
Viele Betroffene hören nach dem Scheitern ihres Unternehmens denselben Satz:
„Mit diesen Schulden müssen Sie jetzt jahrelang leben.“
So pauschal ist das nicht richtig.