Wordlist-Angriffe: Wenn Cyberkriminelle gezielt Unternehmensbegriffe nutzen
Verfasser: pr-gateway on Thursday, 26 March 2026
Kommentar von Thomas Sonne, Channel Sales Director, Outpost24
Ein Krankenhaus setzt strenge Passwortregeln um: mindestens zwölf Zeichen, Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen; auf den ersten Blick eine solide Sicherheitsrichtlinie. Doch Angreifer testen mittlerweile keine zufälligen Kombinationen mehr, sondern Varianten wie "Universitätsklinikum2026!" oder "Rehaklinik#123". Und nur wenige Minuten später haben die Cyberangreifer bereits Zugriff auf mehrere Accounts.
Das Beispiel zeigt ein häufig unterschätztes Problem: Viele Nutzer wählen Passwörter, die sich an vertrauten Begriffen orientieren; etwa am Firmennamen, an Produkten oder internen Projekten. Genau hier setzen moderne Angreifer an. Statt klassische Wörterbuchangriffe zu starten, erstellen sie gezielte Wortlisten, sogenannte Targeted Wordlists, die speziell auf eine Organisation zugeschnitten sind.
Der Ansatz ist überraschend simpel und genau deshalb so effektiv.
Wie Angreifer gezielte Wortlisten erstellen
Der Aufbau dieser Listen erfordert weder KI noch großen technischen Aufwand. Oft genügt ein automatisiertes Tool, das öffentlich verfügbare Inhalte eines Unternehmens durchsucht.
Aus diesen Begriffen entstehen anschließend zahlreiche Passwortvarianten:
-Kombinationen mit Zahlen oder Jahreszahlen;
-Varianten mit Groß- und Kleinschreibung;
-Ergänzungen mit typischen Sonderzeichen.