Neue Forschungsergebnisse zur Wunderfrage: Josephus könnte frühe außerchristliche Erinnerung an Jesu außergewöhnliche Taten bewahren | dreieinigkeit.de
Verfasser: Presse-NEWS on Thursday, 25 June 2026Düren, 25. Juni 2026 – Haben antike Gegner Jesu seine Wunder bestritten – oder versuchten sie vielmehr, sie anders zu erklären? Eine neue Auswertung der Josephus-Forschung legt nahe, dass diese Frage neu gestellt werden muss. Im Zentrum steht das griechische Wort paradoxa, das sowohl im Lukasevangelium als auch im berühmten Jesus-Zeugnis des jüdisch-römischen Historikers Flavius Josephus eine Schlüsselrolle spielt.
Der Historiker T. C. Schmidt, Autor von Josephus and Jesus: New Evidence for the One Called Christ, argumentiert, dass Josephus Jesus in den „Jüdischen Altertümern“ nicht zwingend mit christlich-frommer Sprache beschreibt. Vielmehr könnte Josephus Jesus als jemanden dargestellt haben, der für außergewöhnliche, schwer einzuordnende Taten bekannt war.
Eine zentrale Beobachtung betrifft Lukas 5,26. Nach der Heilung eines gelähmten Mannes reagieren die Menschen mit Staunen und Furcht. Lukas fasst ihre Reaktion mit dem Satz zusammen: „Heute haben wir paradoxa gesehen!“ Dieses Wort ist ungewöhnlich. Es meint nicht einfach „Wunder“ im modernen oder eindeutig theologischen Sinn, sondern kann auch „seltsame“, „außergewöhnliche“, „befremdliche“ oder schwer erklärbare Dinge bezeichnen.