Back to School: Kinder dürfen nicht die Opfer deutscher Sparmaßnahmen werden.

24.08.2026 / Berlin: – Für Millionen Kinder weltweit beginnt das neue Schuljahr nicht mit neuen Büchern und einem Schulranzen, sondern mit der Frage, ob sie überhaupt weiterhin in die Schule gehen können. Schon bisher bleibt Bildung in Kenia für viele Kinder unerreichbar: Rund 1,13 Millionen Kinder im Grundschulalter gehen nicht zur Schule.
Besonders in ländlichen und strukturschwachen Regionen verhindern Armut, weite Schulwege, fehlendes Lernmaterial und Ernährungsunsicherheit den regelmäßigen Schulbesuch. Dabei ist Schule weit mehr als nur ein Ort zum Lernen: Sie bietet Kindern Schutz, Zugang zu Gesundheitsversorgung sowie ausreichenden und gesunden Lebensmitteln und eröffnet Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben.
Seit über einem Jahrzehnt arbeitet ora Kinderhilfe international e.V. gemeinsam mit lokalen Partnern in Kenia daran, Kindern den regelmäßigen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Doch die Herausforderungen wachsen: Klimafolgen, steigende Armut und begrenzte Ressourcen erschweren langfristige Entwicklungsfortschritte.
Parallel dazu steht die internationale Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland vor deutlichen Kürzungen. Deutschland hat Kenia zwar zuletzt bei den Regierungsverhandlungen 2024 weitere 150 Millionen Euro für die finanzielle und technische Zusammenarbeit zugesagt – unter anderem für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Klima und Energie sowie Ernährungssicherung. Der Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 sieht jedoch vor, den Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) um mehr als 580 Millionen Euro auf 9,47 Milliarden Euro zu senken. Damit sollen die Mittel für die internationale Zusammenarbeit erneut deutlich gekürzt werden.
Für Partnerländer wie Kenia bedeutet das weniger Planungssicherheit und weniger Spielraum für dringend benötigte Programme. Was das für Kinder und Familien vor Ort konkret bedeutet, zeigt die Erfahrung von William Fondo, Gründer und Leiter der Wings of Mercy Dabaso Academy in Kenia:
„Aus meiner Erfahrung sind Armut, Hunger und fehlende Beschäftigung für viele Kinder und Familien in Chafisi (Kenia) große Hindernisse, wenn es darum geht, regelmäßig zur Schule zu gehen und erfolgreich zu lernen“, sagt William Fondo. „Viele Eltern haben nur Gelegenheitsarbeit und damit kein regelmäßiges Einkommen. Manche Kinder gehen hungrig zu Bett und haben auch am nächsten Morgen nichts zu essen. Unter diesen Umständen kann es schwierig sein, rechtzeitig am Unterricht teilzunehmen und erfolgreich zu lernen.“
Gerade angesichts sinkender staatlicher Mittel gewinnt das Engagement der Zivilgesellschaft daher weiter an Bedeutung. Organisationen wie ora Kinderhilfe international e.V. arbeiten langfristig, partnerschaftlich und nah an den Lebensrealitäten der Menschen vor Ort. Sie schaffen konkrete Verbesserungen – durch stetige Bildungsangebote, Lernmaterial sowie ergänzende Unterstützung in den Bereichen Ernährung und Gesundheit.
„Kinder dürfen nicht die Folgen politischer Sparmaßnahmen tragen“, sagt Carmen Schöngraf, Geschäftsführender Vorstand der ora Kinderhilfe. „Bildung ist keine optionale Investition. Sie ist die Grundlage dafür, dass Kinder ihre Chancen nutzen, Gemeinschaften sich entwickeln und Gesellschaften langfristig stabil bleiben und auf weniger Unterstützung aus dem Ausland angewiesen sind.“
Der Schulstart erinnert daran: Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft – weltweit! Gerade in Zeiten politischer und finanzieller Unsicherheit darf der Zugang zu Bildung nicht weiter eingeschränkt werden.