Von Erwartungen zur Wirkung: Neue Studie identifiziert Erfolgsfaktoren für KI-Projekte in Unternehmen
Düsseldorf, 20.07.2026 – Warum scheitern viele KI-Projekte – und was unterscheidet die erfolgreichen? Eine neue Studie von Yakup Özkardes-Cheung, KI-Trainer und IHK-Dozent, liefert darauf eine datenbasierte Antwort. Unter dem Titel „Von Erwartungen zur Wirkung: Erfolgsfaktoren für erfolgreiche KI-Projekte“ analysiert die Untersuchung sowohl Erwartungen von Kursteilnehmenden als auch reale Umsetzungserfahrungen aus der Praxis.
Die Studie kombiniert 149 anonymisierte Umfrageantworten aus IHK-Weiterbildungen im Zeitraum von März 2024 bis Juni 2026 mit 10 qualitativen Praxisinterviews aus unterschiedlichen Branchen – von Industrie und Gesundheitswesen bis Marketing, Verwaltung und Vertrieb. Das Ergebnis: Erfolgreiche KI-Projekte folgen klar erkennbaren Mustern, die sich unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße wiederholen.ihk
Im Zentrum steht eine zentrale Erkenntnis: KI-Erfolg beginnt nicht mit Strategiepapieren, sondern mit konkreten Anwendungsfällen im Arbeitsalltag. Projekte, die messbaren Mehrwert liefern, starten typischerweise mit einem klar definierten Problem – etwa der Automatisierung von Workflows, der Auswertung von Kundenfeedback oder der Unterstützung von Compliance- und Kommunikationsprozessen.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Mehrheit der Teilnehmenden mit einem mittleren bis niedrigen Vorwissen in KI startet. Entsprechend stehen vor allem praxisnahe Themen im Fokus: Tool-Orientierung, konkrete Use Cases, Automatisierung sowie rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen wie DSGVO, AI Act und Governance.
„Die meisten Organisationen denken KI noch zu abstrakt. Unsere Daten zeigen klar: Erfolgreiche Projekte beginnen nicht mit einer großen KI-Strategie, sondern mit einem konkreten Engpass im Alltag – und liefern dort schnell sichtbaren Nutzen“, sagt Yakup Özkardes-Cheung, Autor der Studie.
Ein weiterer zentraler Befund: Erfolg wird nicht primär an Zertifikaten oder individuellem Wissenszuwachs gemessen, sondern am tatsächlichen Einsatz im Unternehmen. Teilnehmende definieren Erfolg vor allem über geschäftlichen Mehrwert, Effizienzsteigerung und die aktive Nutzung von KI im Team.
Die Analyse der Praxisfälle identifiziert sechs wiederkehrende Erfolgsfaktoren für KI-Projekte:
- Klar definierter Use Case mit direktem Bezug zum Arbeitsalltag
- Schnelle, sichtbare Ergebnisse („Quick Wins“)
- Niedrige Einstiegshürden bei Tools und Implementierung
- Iteratives Vorgehen statt starrer Planung
- Schulung und Enablement von Mitarbeitenden
- Frühzeitige Berücksichtigung von Datenschutz und Governance
Auffällig ist zudem: Erfolgreiche KI-Initiativen werden häufig nicht von IT-Abteilungen getrieben, sondern von Fachbereichen wie Marketing, Vertrieb, HR oder Operations. Entscheidend ist dabei weniger technisches Spezialwissen als vielmehr strukturiertes Vorgehen, Zugang zu passenden Tools und eine klare Einbettung in bestehende Prozesse.
Die Ergebnisse liefern konkrete Ansatzpunkte für Unternehmen, Bildungsträger und Entscheidungsträger, die KI nicht nur diskutieren, sondern wirksam einsetzen wollen.
Die vollständige Studie steht hier zum Download bereit:
https://yakup-ai.kit.com/ki-studie-2026