Compivent zur Frühstart-Rente: Vorsorge von Kindesbeinen an
Zehn Euro im Monat – das klingt nach wenig. Doch über Jahrzehnte, angelegt am Kapitalmarkt und vom Zinseszinseffekt getragen, kann daraus ein beachtliches Startkapital für die Altersvorsorge werden. Genau auf diesem Gedanken basiert die Frühstart-Rente, eines der ambitioniertesten sozialpolitischen Projekte der aktuellen Bundesregierung. Das Konzept ist ebenso simpel wie symbolisch bedeutsam: Der Staat zahlt für jedes Kind zwischen sechs und 18 Jahren monatlich zehn Euro in ein individuelles, kapitalgedecktes Vorsorgedepot ein – steuerfrei bis zum Renteneintritt.
Den Anfang macht der Geburtsjahrgang 2020. Für diese Kinder soll die Förderung rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 erfolgen, sobald das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen ist. In den folgenden Jahren werden jeweils die Kinder einbezogen, die im betreffenden Jahr ihr sechstes Lebensjahr vollenden. Das Depot verwalten Eltern oder Erziehungsberechtigte, bis das Kind volljährig ist. Ab dann können auch eigene Einzahlungen vorgenommen werden.
„Das Prinzip ist richtig und überfällig", sagt Finanzexperte Sven Thieme von der Compivent GmbH. „Altersvorsorge muss früh beginnen – je früher, desto wirkungsvoller. Mit der Frühstart-Rente wird erstmals ein staatlicher Impuls gesetzt, der genau diesen Gedanken strukturell verankert."
Die Mathematik dahinter ist überzeugend: Wer von Alter sechs bis 18 monatlich zehn Euro staatlich gefördert bekommt und diesen Betrag über Jahrzehnte am Kapitalmarkt wachsen lässt, baut – je nach Renditeentwicklung – ein mittleres vierstelliges bis fünfstelliges Startkapital auf, bevor ein einziger eigener Euro geflossen ist. Eltern, die zusätzlich selbst in das Depot einzahlen, können diesen Effekt deutlich verstärken.
Über die finanzielle Komponente hinaus verfolgt die Frühstart-Rente ein weiteres Ziel: die Stärkung der Finanzbildung. Kinder und Jugendliche – und ihre Familien – sollen früh mit den Grundprinzipien des Kapitalmarkts vertraut werden. Langfristige Geldanlage, Zinseszins, Schwankungen und Renditeerwartungen sind Konzepte, die heute in Schule und Alltag kaum vermittelt werden. Die Frühstart-Rente könnte, wenn sie richtig begleitet wird, auch daran etwas ändern.
Dass Finanzbildung in Deutschland ein strukturelles Defizit darstellt, ist keine neue Erkenntnis. „Wer nicht versteht, wie Geld arbeitet, kann es nicht sinnvoll einsetzen", bringt Thieme das Problem auf den Punkt. „Die Frühstart-Rente ist mehr als ein Sparmodell – sie ist ein Bildungsangebot, wenn man sie als solches begreift."
Für Eltern bedeutet das konkret: Das neue Depot ist eine Gelegenheit, früh über Finanzen zu sprechen, gemeinsam zu planen und Verantwortung für die Zukunft der eigenen Kinder zu übernehmen. Denn die staatlichen zehn Euro sind ein Startschuss, kein Selbstläufer. Wer das Potenzial der Frühstart-Rente voll ausschöpfen will, braucht eine durchdachte Strategie – und den Mut, frühzeitig zu handeln.