Solarpumpen bringen Syriens Felder wieder zum Blühen
Solarenergie schafft Jobs und Erträge: Ein Neubeginn für Syriens Landwirtschaft
Eine neue wissenschaftliche Studie der Ruhr-Universität Bochum liefert belastbare Daten zur Wirkung solarbetriebener Bewässerungssysteme in Nordostsyrien. Die Region war stark vom Bürgerkrieg und wiederholten Dürren betroffen - nun bringt Sonnenenergie nicht nur Wasser, sondern auch ökonomische Erholung.
Die Studie zeigt, dass landwirtschaftliche Betriebe mit Solarpumpen im Durchschnitt 20,42 US-Dollar mehr Gewinn pro Acre erwirtschaften als dieselbetriebene Höfe. Darüber hinaus leisten sie einen Beitrag zur lokalen Beschäftigung: Auf solarbewässerten Feldern entstehen jährlich im Schnitt über zwölf zusätzliche Arbeitstage pro Betrieb, mit insgesamt 87,4 Arbeitstagen pro Jahr im Vergleich zu 75,3 Tagen auf dieselbewässerten Flächen. Auch beim Weizenertrag ist ein positiver Trend zu beobachten. Mit Solarpumpen werden 0,179 Tonnen pro Acre erzielt im Vergleich zu 0,151 Tonnen bei Dieselbetrieb, was einem Zuwachs von rund 18,5 Prozent entspricht. Besonders deutlich zeigt sich der Vorteil der Solarbewässerung beim Anbau von Sommerfrüchten wie Baumwolle. Hier ermöglicht die zuverlässigere Wasserverfügbarkeit eine spürbare Ausweitung der Anbauflächen.
Hintergrund: Die Solar-Systeme erzeugen den Strom, mit dem Bewässerungspumpen betrieben werden. Diese fördern Grundwasser, das für die landwirtschaftliche Nutzung eingesetzt wird - ganz ohne Diesel, kostspieligen Kraftstofftransport oder instabile Stromnetze.
Die Untersuchung basiert auf umfangreichen Erhebungen im Abadan-Gebiet in Nordostsyrien. Dort wurden Bauern mit solarbetriebener Bewässerung mit solchen verglichen, die weiterhin auf Diesel setzen. Die Forscher nutzten eine quasi-experimentelle Methode - das Propensity Score Matching. Damit konnten sie Bauern mit Solarpumpen mit vergleichbaren Dieselbauern vergleichen, sodass Unterschiede möglichst nicht durch Zufall oder andere Faktoren erklärt werden, sondern auf die Art der Bewässerung zurückzuführen sind.
"Unsere Ergebnisse zeigen deutlich: Solarenergie in der Landwirtschaft ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich ein echter Hebel - insbesondere in fragilen, vom Krieg betroffenen Regionen," erklärt Studienleiter Dr. Elkhan Richard Sadik-Zada.
Politische Implikation: Die Autoren empfehlen gezielte Fördermaßnahmen - etwa Subventionen für Solarpumpen und Speichertechnik, Kreditprogramme für Kleinbauern sowie internationale Investitionen in dezentrale Energieinfrastruktur in ländlichen Gebieten.
Die vollständige Studie ist unter folgendem Link frei zugänglich (Open Access): https://doi.org/10.1016/j.tej.2025.107471
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Keywords: Nord-Syrien; Syrien; Bürgerkrieg; nachhaltige Bewässerungssysteme; Energiewende; Klimawandel